Hofstelle, Andrian










Die bestehende Hofstelle in Andrian wurde energetisch saniert, umgebaut und im Obergeschoss erweitert. Während Untergeschoss, landwirtschaftlich genutzte Bereiche und die grundsätzliche Struktur des Bestands erhalten blieben, wurde das Obergeschoss neu organisiert und zu einem eigenständigen, zeitgemäßen Wohnbereich weiterentwickelt.
Der Entwurf versteht den Bestand nicht als etwas, das überformt werden muss, sondern als Ausgangspunkt für einen klar ablesbaren Eingriff. Die weiß verputzten Fassaden bleiben ruhig und zurückhaltend, während das neue Dachgeschoss eine deutlich leichtere und offenere Sprache erhält. Große Verglasungen orientieren die Wohnräume zur Landschaft und öffnen das Haus zu den umliegenden Weinbergen und Bergen. Ein weit auskragendes Dach fasst den neuen Wohnbereich zusammen, schützt die vorgelagerte Terrasse und schafft einen fließenden Übergang zwischen Innen- und Außenraum.
Besonders prägend ist das Zusammenspiel weniger Materialien: weißer, rauer Putz, dunkle Metallbauteile und das warme Holz der Dachuntersicht, Terrassen und Innenräume. Im Inneren setzt sich diese reduzierte Materialwahl fort. Helle Holzböden, sichtbare Holzbalkendecken und weiße Wandflächen schaffen ruhige Räume, in denen Licht, Material und Aussicht die eigentlichen Gestaltungselemente bilden. Die energetische Sanierung hebt das Gebäude auf KlimaHaus-Klasse C.
Die Erweiterung nutzt dabei bewusst nicht die maximal mögliche Baumasse aus: Von den im Zuge der energetischen Sanierung möglichen rund 202 m³ zusätzlicher Kubatur wurden lediglich rund 137 m³ realisiert. So entsteht kein möglichst großer Neubau, sondern eine präzise Ergänzung des vorhandenen Hauses – mit großzügigen Wohnräumen, geschützten Terrassen und einem starken Bezug zur Landschaft.
Andrian · BZ · 2022
Fotos: Alexa Rainer