Haus K

An einer bestehenden Hofstelle bei Hartberg in der Steiermark wurde der alte Wohntrakt abgebrochen und durch ein neues Wohnhaus ersetzt. Die landwirtschaftlichen Teile des Ensembles blieben bestehen und wurden teilweise neu organisiert. So entsteht kein isolierter Neubau, sondern eine zeitgemäße Ergänzung einer gewachsenen Hofstruktur.

Der neue Baukörper unterscheidet sich klar vom weiß verputzten, traditionellen Bestand. Als ruhiger zweigeschossiger Holzbau mit nahezu vollständig horizontal gegliederter Fassade tritt er selbstbewusst, aber zurückhaltend neben das bestehende Satteldachhaus. Alt und Neu werden nicht formal angeglichen; ihre Zusammengehörigkeit entsteht vielmehr über Maßstab, Material und die gemeinsamen Außenräume.

Holz bestimmt das Haus innen wie außen. Die unbehandelte Fassade darf altern und mit der Zeit Teil der Umgebung werden. Im Inneren bleiben Holzoberflächen großflächig sichtbar: Wände, Decken und Böden schaffen eine warme, beinahe elementare Atmosphäre. Die Konstruktion wird nicht hinter zusätzlichen Schichten verborgen, sondern selbst zum architektonischen Ausdruck.

Zwischen Alt- und Neubau entsteht ein geschützter Hofbereich. Eine leichte Stahlkonstruktion mit Holzlamellen bildet Pergola, Überdachung und Sonnenschutz zugleich. Besonders wichtig war dabei der Erhalt des bestehenden Weinstocks: Die neue Spalierkonstruktion wurde ausdrücklich um ihn herum entwickelt und macht ihn zum selbstverständlichen Bestandteil der neuen Architektur.

Auch landschaftlich bleibt der Eingriff bewusst zurückhaltend. Der Neubau steht im vorhandenen Garten zwischen alten Bäumen und schiebt sich nicht mit aufwendigen Geländemodellierungen in den Vordergrund. Terrasse, Gemüsegarten, gepflasterter Innenhof und ein begrüntes Flachdach erweitern den Wohnraum ins Freie und halten den Charakter der Hofstelle lebendig.

Das Gebäude wurde im Passivhausstandard errichtet. Bemerkenswert ist die Einfachheit des Energiekonzepts: Ein Holzofen im Wohnraum bildet die zentrale Wärmequelle; die Wärme wird über die kontrollierte Lüftungsanlage im Haus verteilt.

So entsteht ein Haus, das technische Konsequenz nicht ausstellt, sondern selbstverständlich in Architektur übersetzt: kompakte Form, Holzbau, natürliche Materialien und ein sehr reduziertes Heizkonzept. Der Neubau sucht dabei weder den historischen Stil des Hofes zu imitieren noch sich demonstrativ von ihm abzusetzen – er ergänzt den Bestand als klar erkennbarer Baustein seiner eigenen Zeit.

Hartberg · Steiermark · AT · 2014

Fotos: LA